Mitteilungen

"Kehrt um und glaubt an das Evangelium"

Hirtenwort des Apostolischen Administrators, Bischof Benno Elbs, zum Beginn der Österlichen Busszeit 2026


Liebe Schwestern und Brüder!

Am Fasnachtswochenende erlebten wir für kurze Zeit eine verkehrte Welt. Vorsteher wurden symbolisch abgesetzt, Narren übernahmen öffentliche Ämter und Menschen schlüpften in Rollen, von denen sie sonst nur träumen oder die sie sich im Alltag nicht zutrauen würden. Diese Lust an der Umkehrung der Ordnung hat eine lange Tradition und ist eine alljährlich wiederkehrende Auszeit vom Alltag, bevor alles wieder in geordnete Bahnen zurückkehrt.

Dass die Bahnen der Welt wirklich geordnet sind, darf man jedoch bezweifeln. Immer wieder sagen Menschen zu mir: „Es steht nicht gut um unsere Zeit. Ich habe meine Hoffnung auf eine gute Zukunft verloren. Die Welt steht Kopf und ich weiss nicht, wo ich noch Zuversicht finden kann.“

Mitten in diese Erfahrung einer verkehrten Welt dringt am Aschermittwoch der Ruf Jesu: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Dieser Satz kann in einer auf dem Kopf stehenden Welt durchaus wörtlich verstanden werden. Die vierzig Tage vor Ostern sind daher eine Einladung, ja ein Aufruf, umzukehren, sich wieder auf die Beine zu stellen und das Leben von der Botschaft Jesu her neu zu ordnen. Einen guten Wegweiser dazu finden wir im Evangelium vom 1. Fastensonntag.

Die Versuchung Jesu

Die Bibel selbst kennt verschiedene Namen für jene Kräfte, die das Leben verwirren und Beziehungen verkehren. In der Lesung aus dem Buch Genesis erscheint diese Macht in der Gestalt einer Schlange. Sie versucht, die lebendige Beziehung Gottes zu Mensch und Schöpfung zu vergiften. Im Evangelium trifft Jesus in der Wüste auf den Teufel, was wörtlich „Durcheinanderwirbler“ heisst. Dieser macht seinem Namen alle Ehre. Er will die enge Vertrauensbeziehung Jesu zu seinem Vater durcheinanderbringen und ihn in die Irre führen. Als Lockmittel dienen drei Dimensionen des Lebens, die seit jeher eine Schwachstelle des Menschen sind: der Drang nach Selbsterhaltung, die Sehnsucht nach Unverwundbarkeit und der Durst nach Macht. Raffiniert zitiert der Versucher sogar die Heilige Schrift und verdreht sie zu seinem Zweck – ein Wortverdreher und Unruhestifter, wie er im Buche steht.

Ich denke, dass der Versucher damit vor allem eines erreichen möchte: Er will die Gottessohnschaft Jesu in Frage stellen. Nicht zufällig geht der Versuchung Jesu unmittelbar die Erzählung von seiner Taufe voraus. Dort hat der Vater zu ihm gesprochen: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ (Mt 3,17) Genau darauf spielt der Teufel an, wenn er zu Jesus zweimal sagt: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann…“

Anders als Adam und Eva widersteht Jesus den Versuchungen. Er hält an seiner Gottessohnschaft fest und vertraut der Liebeszusage seiner Taufe. So bewährt sich seine enge Beziehung zum Vater: Er ist Gottes geliebter Sohn, der in die Welt gekommen ist, um die Menschen zur Umkehr zu rufen und ihnen durch sein Leben, Sterben und Auferstehen den Weg zum Vater zu zeigen. 

Umkehr als Ja zur Taufberufung

Auch in unser Leben dringen manchmal Stimmen, die verwirren und verunsichern. Sie bringen unseren inneren Kompass durcheinander, verdrehen Massstäbe, verdüstern Hoffnung oder verursachen Ängste. Die Erfahrungen einer verkehrten Welt reichen bis in unser persönliches Leben hinein. Wie kann in solchen Situationen die Umkehr zu Glaube, Hoffnung und Liebe gelingen, zu der uns gerade die Fastenzeit ruft? – Indem wir von Jesus lernen und unsere Taufberufung neu bejahen. Gott hat uns in der Taufe unwiderruflich seine Liebe und Treue zugesagt. Sie macht uns zu Kindern Gottes und verbindet uns mit Christus, mit seinem Tod und seiner Auferstehung. Ostern zeigt uns, was diese Umkehr bewirkt. In der Auferstehung Jesu kehrt Gott das um, was in unserer Welt und im Leben verkehrt erscheint. Verzweiflung wird in Hoffnung verwandelt; selbst der Tod verliert seine Macht und wird zum Übergang in ein Leben mit und bei Gott. Durch unsere Taufe sind wir Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung. So sollen Glaube, Hoffnung und Liebe durch uns weite Kreise ziehen und schon heute etwas von einer neuen österlichen Wirklichkeit sichtbar machen.

Auf die Botschaft des Evangeliums setzen

Die österliche Umkehr schenkt uns Orientierung für unser Handeln. Wenn allerorten die Welt Kopf steht, weil Macht rücksichtslos ausgelebt wird oder Tugenden und Werte in Misskredit gebracht werden, setzen wir als Kirche auf die Botschaft des Evangeliums. Wir vertrauen auf die verändernde Kraft von christlicher Nächstenliebe und Solidarität, auf den Wert von Gemeinschaft und auf die Botschaft eines Gottes, der die Menschen erlöst und eine gute Zukunft verheisst. Die Österliche Busszeit zeigt uns: Es geht auch anders. Wir können umkehren und einen Neuanfang wagen. Wir können Gott und einander vertrauen, ohne falschen Hintergedanken. Und wir können das Evangelium heute leben: überzeugt, hoffnungsvoll, einladend für andere.

Abschliessend möchte ich Sie auf das Fastenopfer 2026 hinweisen, bei dem Sie auch in diesem Jahr ausgewählte Projekte unterstützen können. Schon im Voraus danke ich Ihnen herzlich für Ihre grosszügige Unterstützung.

Ihnen allen wünsche ich von Herzen eine gesegnete Österliche Busszeit!

Vaduz, am 11. Februar 2026,
dem Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes

                                                                                   + Benno Elbs
                                                                                   Apostolischer Administrator



Mitteilung des Erzbistums Vaduz zum Antrag auf Akteneinsicht des Historischen Instituts der Universität Zürich

Das Erzbistum Vaduz übergibt mit Zustimmung der betroffenen Priester Kopien der Personalakten mit und bis Stichtag 1.12.1997 an das Bistum Chur

Im Jahr 2022 haben die Schweizer Bischofskonferenz und andere kirchliche Institutionen der Schweiz ein Forschungsvorhaben an die Universität Zürich in Auftrag gegeben, die sich mit der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts befasst. In diesem Zusammenhang wurde, wie bereits öffentlich bekannt ist, auch ein Antrag auf Akteneinsicht an das Erzbistum Vaduz gestellt. Konkret geht es um die Einsichtnahme in jene Personalakten, die mit der Errichtung des Erzbistums im Jahr 1997 gemäss der Apostolischen Konstitution «Ad satius consulendum» Papst Johannes Pauls II. rechtmässig aus dem Bistum Chur übernommen wurden. 

Auch wenn das Erzbistum Vaduz nicht der Schweizer Bischofskonferenz angehört und somit nicht Gegenstand des Forschungsprojektes ist, ist es dem Erzbistum wichtig, die Aufarbeitung im Rahmen der in Liechtenstein geltenden Gesetzeslage zu unterstützen. Aus diesem Grund hat der Apostolische Administrator rechtliche Abklärungen veranlasst, um zu prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen eine rechtskonforme Akteneinsicht durch ein ausländisches Institut zulässig ist. Diese Abklärungen haben ergeben, dass eine Einsichtnahme dann möglich ist, wenn die betroffenen Priester hierzu ihre Zustimmung erteilen.

Das Erzbistum Vaduz kann nunmehr mitteilen, dass sechs der insgesamt sieben noch lebenden Priester, die im Jahr 1997 vom Bistum Chur in das Erzbistum Vaduz wechselten, einer Einsichtnahme zugestimmt haben.  

Die betreffenden Aktenbestände werden nun in Kopie an das Bistum Chur übermittelt, damit sie in weiterer Folge allenfalls in die Studie einfliessen können.

Vaduz, am 17. Februar 2026

Das Erzbistum Vaduz schliesst sich dem Trauertag für Crans-Montana an

Die Schweiz gedenkt am Freitag, 9. 1. 2026, mit einem nationalen Trauertag der Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana. Unter anderem wird der Beginn der nationalen Trauerfeier um 14 Uhr mit einem schweizweiten Glockengeläut begleitet. 
 
Das Erzbistum Vaduz möchte sich diesem Gedenken anschliessen und so seine Solidarität mit den Hinterbliebenen und allen Trauernden zum Ausdruck bringen. Der Apostolische Administrator Benno Elbs hat daher die Pfarreien des Erzbistums Vaduz gebeten, am Freitag, 9.1.2026, um 14 Uhr die Glocken ihrer Pfarreikirchen zu läuten und in den Gottesdiensten des morgigen Tages der Opfer zu gedenken. Die Gläubigen sind während des Glockengeläutes eingeladen, der Verstorbenen zu gedenken und für die Betroffenen zu beten. 

 

Hirtenwort des Apostolischen Administrators Benno Elbs im Advent 2025

Liebe Schwestern und Brüder!

Wer schon einmal von aussen die Glasfenster einer grossen Kathedrale betrachtet hat, wird mit Enttäuschung festgestellt haben, dass sie dunkel und matt wirken. Die Farben und damit auch die Botschaft der Bilder bleiben verborgen. Erst wenn man die Kirche betritt und die Fenster von innen gegen das Licht betrachtet, beginnen sie, farbig und lebendig zu leuchten. Und wenn dann auch noch Sonnenstrahlen einfallen, entfaltet sich ihre ganze Schönheit.

Ich denke, dass es in unserem Leben ähnlich ist. Auch hier gibt es eine Innen- und Aussensicht. Von aussen betrachtet, kann unser Alltag manchmal blass und eintönig wirken: Termine, Arbeit, Erledigungen. Doch wenn wir innehalten und genau hinschauen, entdecken wir eine tiefere Dimension: Begegnungen, die uns Freude machen; Momente des Dankes; das Erleben von Sinn oder Erfahrungen, die uns das Geheimnis Gottes erahnen lassen. Es macht einen grossen Unterschied, ob wir von aussen oder von innen auf unser Leben schauen.

Den Advent mit den Augen des Glaubens wahrnehmen

Das gilt auch für die Adventzeit. Viele von uns haben in diesen Tag einiges zu tun und vorzubereiten. So kann es schnell geschehen, dass wir die Zeit vor dem Weihnachtsfest nur äusserlich miterleben. Doch etwas Anderes ist es, den Advent von innen wahrzunehmen, und das bedeutet: mit den Augen des Glaubens. Wir treten heute ein in diese Zeit, um uns mit Staunen und innerer Freude auf die Geburt des Erlösers vorzubereiten. Grosse biblische Texte und Lieder begleiten uns dabei. Sie erzählen von Dunkelheit, in die Licht einbricht; von einem Baumstumpf, aus dem ein neuer Zweig herauswächst; von Waffen, die zu Pflugscharen und Winzermessern umgeschmiedet werden; vom Heil Gottes, das wie Tau leise und unbemerkt vom Himmel herabkommt; von einer Jungfrau, die ein Kind empfängt. Diese Texte sind wie leuchtende Fenster, durch die das Licht der Hoffnung sanft hindurchschimmert, das im göttlichen Kind von Bethlehem zur Welt kommt.

Leidenschaft Gottes für sein Volk

Mich persönlich begleitet seit einiger Zeit ein Satz des Propheten Joël im Alten Testament. Er erzählt am Beginn seines Buches über Plagen, Verwüstung und Zerstörung, die über Israel hereinbrechen. Und dann, mitten in dieser unheilvollen Situation, heisst es plötzlich und unerwartet: „Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land und er hatte Erbarmen mit seinem Volk.“ (2,18) Die Leidenschaft Gottes für sein Volk bringt die Wende. Trotz der äusseren Not wächst mit einem Mal von innen her die Hoffnung auf das Heil, das Gott verheisst.

Ich halte dies für eine zutiefst adventliche Erfahrung. In den Bedrohungen und Gefahren, die heute nicht geringer sind als damals, halten auch wir sehnsuchtsvoll Ausschau nach der Ankunft Jesu, die Rettung bringt. In seiner Geburt zeigt Gott seine Leidenschaft für uns Menschen und für seine Schöpfung.

Gott wird Teil unserer Geschichte und meines Lebens

Diese Leidenschaft erweist Gott insbesondere dort, wo Menschen in Not sind. Im ersten grossen Schreiben Dilexi te von Papst Leo XIV. findet sich ein bemerkenswerter Gedanke. Er sagt: Die Armen sind für uns Christinnen und Christen „keine soziologische Kategorie“, also nicht Gegenstand von Statistiken und Untersuchungen, „sondern das Fleisch Christi selbst“ (Nr. 110). In den Armen berührt uns der menschgewordene Gott, der selbst arm zur Welt kommt, damit wir im Licht seiner Nähe das Leben in neuer Tiefe sehen können. Der Advent führt uns hin zur Erfahrung, dass Gott nicht auf Abstand bleibt. Er sieht sich das Leben nicht von aussen an, sondern teilt es von innen her: das Heranwachsen eines Kindes, die Freude junger Eltern, die Armut eines Flüchtlings, Glück und Leid und Tod. In Jesus Christus wird Gott Teil unserer Geschichte und meines Lebens. Weil wir ihm am Herzen liegen und weil er nicht will, dass wir verlorengehen, tritt Gott selbst in unsere Welt, um uns den Weg zu ihm und zu unseren Mitmenschen zu zeigen. Der Advent lädt uns ein, dieser Bewegung Gottes, der uns entgegenkommt, Raum zu geben, sodass seine Hoffnung in uns Wurzeln schlägt, sein Licht in unserem Alltag aufscheint und seine Nähe unser Leben von innen her verwandelt.

Ich wünsche Euch allen eine gesegnete und von der Hoffnung auf das Kommen Christi erfüllte Adventzeit.

 

Vaduz, am 21. November 2025,
dem Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem

  

                                                                                   + Benno Elbs
                                                                                   Apostolischer Administrator

                                              

Neue Frau Mutter im Frauenkloster Schellenberg

Am 13. November 2025 haben sich die Schwestern vom Kostbaren Blut (SPPS) im Frauenkloster Schellenberg zur Wahl der Frau Mutter eingefunden. Sr. Maria Anna Prinz SPPS wurde von der Schwesterngemeinschaft zur Frau Mutter gewählt und übernimmt damit die Verantwortung für die Leitung des Klosters. Sie folgt in diesem Amt auf Sr. Maria Seraphia SPPS.  

Der Apostolische Administrator Benno Elbs wünscht der neuen Frau Mutter im Namen des Erzbistums für ihren Dienst von Herzen Gottes reichen Segen.