Mitteilungen

Weltweite Gebetsgemeinschaft. Aufruf des Erzbischofs von Vaduz

Bekanntlich wird Papst Franziskus morgen Freitag, 27. März 2020, um 18.00 Uhr ausserordentlicherweise den Segen “Urbi et orbi” spenden, den er normalerweise an Weihnachten und Ostern erteilt und welcher der Stadt Rom sowie dem ganzen Erdkreis gilt. Diese besondere liturgische Handlung im Dienste der Eindämmung der Corona-Pandemie und zum Schutz aller, die von dieser Epidemie betroffen sind und sich sowohl im medizinischen, pflegerischen, sozialen und gesellschaftlichen sowie religiösen Bereich um die davon Betroffenen – oft geradezu heroisch – annehmen, soll für uns auch hierzulande Anlass sein, noch mehr auf Gottes Allmacht und Segen zu vertrauen und auf die Wirksamkeit des Gebetes zu bauen.
Als besondere Einladung dazu werden zum Zeitpunkt des morgigen päpstlichen Segens möglichst alle Kirchenglocken in unserem Erzbistum zehn Minuten lang läuten und dazu einladen, sich in gemeinsamem Gebet mit der Intention des Heiligen Vaters zu verbinden.
Es ist mir sehr daran gelegen zu betonen, dass nicht nur in punktuellen Aktionen eine Besinnung auf Gott und seine liebende Vorsehung geschieht, sondern dass wir uns das Wort des Völkerapostels Paulus zu Herzen nehmen: “Betet ohne Unterlass!” (1 Thess 5,17), um stets in der Gegenwart Gottes zu leben und nach seinem heiligen Willen zu handeln. In diesem Zusammenhang danke ich allen Priestern und Ordensleuten für die treue Pflichterfüllung im gottesdienstlichen Leben unserer Kirche, namentlich auch für alle Bemühungen um dessen derzeitige situationsgerechte Belebung und Entfaltung, und ebenso allen Gläubigen für die Unterstützung unserer Geistlichkeit im seelsorglichen Dienst und für das beständige Gebet in den aktuellen Anliegen unserer schwer geprüften Menschheit.
Gerne wiederhole ich den herzlichen Dank, den ich schon in meinem öffentlichen Brief vom 16. März 2020 zu den besonderen Umständen bezüglich des Coronavirus zum Ausdruck gebracht habe. Vergelt’s Gott! Mit meinem erzbischöflichen Segen, den ich in inniger Gebetsverbundenheit mit allen erneuere, verbinde ich die schöne Bitte an die selige Jungfrau, wie sie beim Marienheiligtum auf Dux angebracht ist:

“Land und Fürst und Volk sind Dir geweiht,
über alle, Mutter, Deinen Mantel breit’.”

Vaduz, 26. März 2020

✠ Wolfgang Haas
Erzbischof von Vaduz

Brief des Erzbischofs von Vaduz zu den besonderen Umständen bezüglich des Coronavirus

An die Geistlichkeit
und die Christgläubigen
des Erzbistums Vaduz

 

Hochwürdige, liebe Geistlichkeit!
Liebe Mitchristen!

Wie unseren Pfarrämtern inzwischen schon bekanntgegeben wurde, findet die Chrisammesse vom 9. April 2020 aufgrund der Massnahmen betreffend die Eindämmung der Coronavirus-Epidemie, wie sie staatlicherseits angeordnet wurden, in der vorgesehenen Form nicht statt und wird nur in kleinstem Kreise und unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten werden. Ich bedaure sehr, Ihnen das mitteilen zu müssen; aber es bleibt mir keine andere Wahl.

Die Gelegenheit dieser Absage möchte ich wahrnehmen, um Sie zur jüngsten Entwicklung im gottesdienstlichen Leben unserer Pfarreien kurz zu informieren. Nach Bekanntwerden der restriktiven Massnahmen, die seitens der liechtensteinischen Regierung zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus verfügt wurden, erfolgte unsererseits entsprechend dem aktuellen Stand der betreffenden Anweisungen eine e-mail-Aussendung an die Pfarrgeistlichkeit in Liechtenstein zur Umsetzung der zivilen Verordnungen, wobei diese mittlerweile schon geschah oder derzeit geschieht. Eine völlig einheitliche Regelung in konkreten Details war oder ist insofern nicht leicht zu erreichen, weil jede Pfarrei ihre Eigenheiten aufweist (z. B. Möglichkeit der Übertragung von Gottesdiensten im Gemeindekanal, Zahl der Kirchen und Kapellen, Läuteordnung der Kirchenglocken, Sensibilitäten seitens der Kirchgänger, ortsübliche kirchliche Gebräuche). So ist es nachvollziehbar, dass in den jeweiligen Pfarreien unter Beachtung der staatlichen Vorgaben diese oder jene Varianten vorkommen, welche von den zuständigen Pfarrern zu verantworten und den Gläubigen auf geeignete Weise zu erklären sind.

Prinzipiell ist festzuhalten, dass in solchen Not- bzw. Sondersituationen nach den Grundsätzen unserer Kirche die katholischen Christen nicht verpflichtet sind zur Erfüllung der Sonntagspflicht, d.h. zum Besuch der sonn- und feiertäglichen Messfeier: “Zu Unmöglichem ist niemand verpflichtet”. Sie sollen aber das Gebot zur Sonn- und Feiertagsheiligung dennoch einhalten, indem sie zu Hause das persönliche und gemeinschaftliche Gebet pflegen, namentlich auch im Anliegen der entstandenen Notlage, sowie der nötigen Ruhe und Erholung Raum geben, was nicht zuletzt auch ermöglicht, anderen in mitmenschlicher Solidarität beizustehen. All jenen, die sich sowohl um das gesundheitliche als auch um das geistliche Wohl aller bemühen, namentlich derer, die erkrankt sind oder den kranken Menschen dienen, gebührt mein herzlicher Dank. Alle sind in meine persönlichen Gebete eingeschlossen, ganz besonders auch bei der Feier des heiligen Messopfers.

In herzlicher Gebetsverbundenheit grüsse ich Sie mit meinem erzbischöflichen Segen.


✠ Wolfgang Haas
Erzbischof von Vaduz

 

9488 Schellenberg, 16. März 2020
EB Prot. Nr. 25/2020

Dompropst Msgr. Christoph Casetti, Chur, verstorben

Der Erzbischof von Vaduz und das Erzbistum trauern um den verdienten Priester und Mitarbeiter

Msgr. Lic. theol. Christoph Casetti, Dompropst in Chur, Richter am Erzbischöflichen Gericht in Vaduz; geb. am 04.06.1943 in Zürich, zum Priester geweiht am 07.04.1974 in Chur, gestorben am 09.02.2020 in Chur, Priester des Bistums Chur.

Msgr. Christoph Casetti wurde am 04.05.2000, kurz nach der Errichtung des kirchlichen Gerichts des Erzbistums Vaduz, zum Diözesanrichter ernannt und übte dieses Amt neben seinen zahlreichen Aufgaben im Bistum Chur fast zwanzig Jahre bis zu seinem Tod aus. Mit dem Fürstentum Liechtenstein war er auch insofern verbunden, als er von 1984 bis 1993 von Chur aus als Pfarrvikar die St. Josefs-Kapelle in Planken betreute. Er war gewähltes Mitglied des Priesterrats des Erzbistums Vaduz.

Wir bitten des Verstorbenen im Gebet und besonders im heiligen Messopfer zu gedenken. R.I.P.

18. Juni 2020: Katecheseabend mit Erzbischof Wolfgang Haas

Der nächste Katecheseabend mit Erzbischof Wolfgang Haas ist am 18. Juni 2020 in Schaan. Beginn ist um 19 Uhr mit der Bischofsmesse in der Pfarrkirche Schaan, anschliessend folgt von 20-21 Uhr ein Vortrag im Pfarreizentrum St. Laurentius in Schaan. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.