Erzbistum Vaduz
Lehrplan für den Katholischen Religionsunterricht
Richtziele des Bereichs Katholische Religion
Sinn des Lebens
Sich das eigene Leben angesichts Gottes bewusst machen
Die Schülerinnen und Schüler nehmen das eigene Leben wahr und machen sich die Sinnfrage des Lebens bewusst. Sie lernen so, über das eigene Leben, die eigenen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten nachzudenken.
Der christliche Glaube als Antwort auf die Sinnfrage
Den christlichen Glauben als von Gott geoffenbarte Antwort auf die Sinnfrage erkennen
Die Schülerinnen und Schüler stellen sich der Gottesfrage und machen sich mit dem christlichen Glaubensbekenntnis in seinen einzelnen Aussagen wie im Ganzen vertraut.
Die Feier des christlichen Mysteriums als Ausdruck des christlichen Glaubens
Den christlichen Gottesdienst als Ausdruck des christlichen Glaubens zu verstehen suchen
Die Schülerinnen und Schüler lernen den christlichen Gottesdienst im kultischen Sinn verstehen und deuten. Sie beschäftigen sich mit seinen vielfältigen Formen und Ausdrucksweisen.
Das Leben in Christus - den christlichen Glauben im Alltag leben
Sich des Alltagsbezugs des christlichen Glaubens bewusst werden und dementsprechend handeln
Die Schülerinnen und Schüler lernen die ethischen Grundlagen des Lebens kennen. Sie erfassen tiefer, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, das Gemeinschaft benötigt, die zu einem erfüllten Leben gehört: Gemeinschaft mit Gott und mit den Mitmenschen. Es folgt die Erkenntnis, dass Dienst am Mitmenschen auch Gottesdienst ist.
Das christliche Gebet
Das Gebet als Sprechen mit Gott begreifen und üben
Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Formen individuellen und gemeinschaftlichen Betens wie auch dessen verschiedene Inhalte kennen.
Andere Konfessionen, Religionen und religiöse Sondergruppen
Andere Glaubensrichtungen kennen lernen
Die Schülerinnen und Schüler lernen andere Glaubensrichtungen kennen und sie sachgerecht beurteilen, und zwar im Respekt gegenüber jedem Menschen, so unterschiedlich dessen persönliche Überzeugung auch sein mag.
Hinweise zum Bereich Katholische Religion
Grundlage des Katholischen Religionsunterrichts auf der Primarschulstufe
Während des Schuljahrs 2003/2004 wurde zwischen den Gemeinden des Fürstentums Liechtenstein und dem Erzbistum Vaduz eine Vereinbarung zum katholischen Religionsunterricht ausgehandelt, die in Ergänzung zu den Bestimmungen der Landesverfassung und des Schulgesetzes vorsieht, dass der Lehrplan vor dem Erlass durch den Erzbischof den Gemeinden, dem Schulamt, den Pfarrgeistlichen und den Religionslehrkräften zur Vernehmlassung vorgelegt wird. Da die Zeitspanne zwischen der Vertragsunterzeichnung und der Drucklegung des Lehrplans für eine Vernehmlassung zu kurz war, wird der untenstehende Lehrplan in Anlehnung an den bisherigen Lehrplan „ad experimentum“ für das Schuljahr 2004/2005 erlassen. Nach der entsprechenden Vernehmlassung kann dann der definitive Lehrplan erscheinen.
Bei Redaktionsschluss des Lehrplans war die Vereinbarung betreffend den Religionsunterricht an den öffentlichen Primarschulen von folgenden Gemeinden unterzeichnet: Eschen, Gamprin-Bendern, Mauren, Ruggell, Schaan, Schellenberg, Triesenberg, Vaduz.
Grundlage des Katholischen Religionsunterrichts auf der Sekundarschulstufe
Nachdem im Januar 2003 die Vereinbarung betreffend den katholischen Religionsunterricht an den öffentlichen weiterführenden Schulen (Ober- und Realschule, Gymnasium) des Fürstentums Liechtenstein zwischen der Regierung des Fürstentums Liechtenstein und dem Erzbistum Vaduz in Kraft getreten ist, wurde gemäss Art. 8 Abs. 3 des Schulgesetzes vom 15. Dezember 1971 (LGBl. 1972 Nr. 7) bzw. Art. 9 der erwähnten Vereinbarung ein entsprechender Lehrplan für das Schuljahr 2003/2004 „ad experimentum“ erlassen. Unter Berücksichtigung der nach Art. 9 Abs. 2 der Vereinbarung durchgeführten Vernehmlassung wurde der nachfolgende Lehrplan für das Wahlpflichtfach bzw. den Bereich „Katholischer Religionsunterricht“ am 28. Oktober 2004 vom Diözesanbischof erlassen.
Bedeutung des Katholischen Religionsunterrichts
Die katholische Kirche ist wie auf der ganzen Welt so auch hierzulande gesandt, gemäss ihrem Selbstverständnis im Namen und im Auftrag des auferstandenen Herrn Jesus Christus allen Menschen die frohe Botschaft zu verkünden. Es geht somit darum, noch tiefer und besser den christlichen Glauben kennen und verstehen zu lernen, welcher unsere Region seit mehr als 1500 Jahren nachhaltig geprägt und vielen Menschen Freude, Hoffnung, Mut und Zuversicht gegeben hat. Dieser Glaube ist nicht einfach etwas Vergangenes, worüber man bloss referiert und informiert, sondern er ist Überzeugtsein von der lebendigen Gegenwart Gottes und Annahme seines Heilswillens. So geht es also im Religionsunterricht um die Weitergabe des Glaubens. Weltweit gibt es mehr als eine Milliarde Katholiken - Menschen, die herausgefordert sind, heute in diesem Glauben den wahren Lebenssinn zu erkennen, Gott und den Mitmenschen zu dienen, Halt und Orientierung in der Lebensgestaltung zu finden und sich dem Glauben entsprechend um die Erlangung des ewigen Zieles zu bemühen.
Der katholische Religionsunterricht ist nicht einfach nur Wissensvermittlung. Sein Anliegen ist es vielmehr, die christlichen Offenbarungsinhalte und Haltungen wie Gottes- und Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, Versöhnung und Frieden, Respekt vor der Schöpfung usw. nicht nur lehrhaft, sondern lebensnah und lebensgestaltend zu vermitteln. Massgebend sind dabei die Hl. Schrift und die Tradition, wie sie durch das Lehramt der katholischen Kirche verbürgt wird. Das schliesst stets den Gegenwartsbezug mit ein, also das Bemühen, die erwähnten christlichen Haltungen heute - zu Beginn des dritten Jahrtausends - ganz konkret verwirklichen zu helfen. So soll der katholische Religionsunterricht die Freude am christlichen Glauben zu fördern suchen und mit der Weitergabe der christlichen Grundwahrheiten die notwendigen Grundlagen für die konkreten Gewissensentscheidungen des einzelnen und für das Gemeinschaftsleben vermitteln.
Auf der Primarschulstufe gehört wesentlich zum katholischen Religionsunterricht die gemeinschaftliche Vorbereitung auf den ersten Empfang des Sakraments der Versöhnung (Beichte) und der Eucharistie (Erstkommunion) sowie der Firmung. Das Sakramentenverständnis und die sakramentale Praxis werden in den folgenden Schuljahren vertieft.
Primarschule1. bis 3. Stufe
1. Sinn des Lebens
Sich das eigene Leben angesichts Gottes bewusst machen
Die Schülerinnen und Schüler nehmen das eigene Leben wahr und machen sich die Sinnfrage des Lebens bewusst. Sie lernen so, über das eigene Leben, die eigenen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten nachzudenken.
1.1. Beim gemeinsamen Nachdenken über das Leben und in Momenten der Stille die eigenen Kräfte erkunden, benennen und schulenSchweigen, Staunen, Loben, Danken, Bitten
1.2. Über die vielfältigen Beziehungen nachdenken, in denen Menschen stehen, und die Voraussetzungen erkennen, damit Gemeinschaft gelingt
Familie, Klasse, Freunde
Gewissensbildung
1.3. Anhand von biblischen und anderen Erfahrungen die Grenzen des Menschen wahrnehmen und sich damit auseinandersetzen
Trauer, Angst
Krankheit, Tod
Einsamkeit
Schuld
Primarschule
1. bis 3. Stufe
2. Der christliche Glaube als Antwort auf die Sinnfrage
Den christlichen Glauben als von Gott geoffenbarte Antwort auf die Sinnfrage erkennen
Die Schülerinnen und Schüler stellen sich der Gottesfrage und machen sich mit dem christlichen Glaubensbekenntnis in seinen einzelnen Aussagen wie im Ganzen vertraut.
2.1. Glaube als Glaubensakt („ich glaube“) und Glaubensinhalt („wir glauben“) erkennen und erfahrenQuellen des Glaubens: Heilige Schrift, Tradition
2.2. Die biblischen Texte lesen lernen und deren zeitgeschichtlichen Hintergrund erarbeitenLand, Leute
Gottesdienst
Sabbat
Tempel, Synagoge
2.3. Durch Staunen und Nachdenken über die Welt Fragen stellen nach deren Anfang, ihrer Ordnung, ihrer Vielfalt, ihrer Schönheit, ihrer Geheimnishaftigkeit (natürliche Gotteserkenntnis)
Weltbild, Weltanschauungen
Schöpfungsgeschichte (Natur, Kosmos, Paradies, Mensch und Tier, Mann und Frau)
2.4. Sich damit auseinandersetzen, wie Menschen Gott erfahren haben und in welcher Weise wir von Gott und von Mitmenschen getragen werden
Gotteserfahrungen im AT (Abraham, Noah, Moses, Elia)
Gotteserfahrungen im NT (Jesus als Erlöser und Heiland)
2.5. Nachvollziehen, wie Menschen aus dem Glauben leben, anhand von Beispielen aus der Bibel, der Kirchengeschichte und Gegenwart
Heiligenbiographien
Namenspatrone
Primarschule
1. bis 3. Stufe
3. Die Feier des christlichen Mysteriums als Ausdruck des christlichen Glaubens
Den christlichen Gottesdienst als Ausdruck des christlichen Glaubens zu verstehen suchen
Die Schülerinnen und Schüler lernen den christlichen Gottesdienst im kultischen Sinn verstehen und deuten. Sie beschäftigen sich mit seinen vielfältigen Formen und Ausdrucksweisen.
3.1. Anhand von Beispielen durchdenken und erfahren, dass Worte, Gegenstände, Handlungen aus mehreren Perspektiven betrachtet werden können
Sehen lernen (von aussen, von innen)
Bildhafte Sprache (Sprichwörter, Gleichnisse)
3.2. Den religiösen Symbolgehalt von Gegenständen und Handlungen wahrnehmen und verstehen lernenBrot, Wein, Wasser
Licht (Sonne, Kerze)
Kreuzzeichen, Kniebeuge
Friedensgruss
3.3. Anhand der biblischen Botschaft und anderen Texten die Bedeutung des eucharistischen Opfers erschliessenAbendmahl
Eucharistie
Sakrament des Leibes und Blutes Christi
Hinführung zur Erstkommunion
3.4. Sich der zentralen Inhalte der christlichen Botschaft beim Miterleben der grossen Feste des Kirchenjahres bewusst werdenAdvent (Erwartung, Hoffnung, Erfüllung)
Passion, Ostern (Leiden, Sterben, Tod, Auferstehung, Erlösung)
Erntedank
Allerheiligen
3.5. Feste und Ruhezeiten als Teil eines erfüllten Lebens erkennenSonn- und Feiertage
Kultur des Sonntags
Geburtstag und Namenstag
Primarschule
1. bis 3. Stufe
4. Das Leben in Christus - den christlichen Glauben im Alltag leben
Sich des Alltagsbezugs des christlichen Glaubens bewusst werden und dementsprechend handeln
Die Schülerinnen und Schüler lernen die ethischen Grundlagen des Lebens kennen. Sie erfassen tiefer, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, das Gemeinschaft benötigt, die zu einem erfüllten Leben gehört: Gemeinschaft mit Gott und mit den Mitmenschen. Es folgt die Erkenntnis, dass Dienst am Mitmenschen auch Gottesdienst ist.
4.1. Anhand von Lebenssituationen die Erkenntnis gewinnen, dass Menschen zwischen verschiedenen Werten, bzw. zwischen Wert und Unwert unterscheiden müssen und schuldig werden können
Freiheit, Gewissen
Konfliktlösungen, Verzeihen
4.2. Anhand von biblischen Texten begreifen, dass Sünden vergeben und Fehler wieder gutgemacht werden können
Busse
Versöhnung (mit Gott, mit den Mitmenschen)
Formen der Vergebung und der Versöhnung
Hinführung zum Empfang des Bussakraments (Beichte)
4.3. Durch gemeinsames Nachdenken die Notwendigkeit erkennen, dass alle einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten müssen
Haben, Teilen
Geben, Nehmen
Primarschule
1. bis 3. Stufe
5. Das christliche Gebet
Das Gebet als Sprechen mit Gott begreifen und üben
Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Formen individuellen und gemeinschaftlichen Betens wie auch dessen verschiedene Inhalte kennen.
5.1. In Gebeten, Liedern und Gebärden das Vertrauen auf Gott ausdrückenVater unser
Andere Gebete
Heiliges Schweigen
5.2. Zum Gemeindegottesdienst hinführen
Christliche Gemeinde
Pfarreileben
Gemeinschaftliches Gebet
Primarschule
1. bis 3. Stufe
6. Andere Konfessionen, Religionen und religiöse Sondergruppen
Andere Glaubensrichtungen kennen lernen
Die Schülerinnen und Schüler lernen andere Glaubensrichtungen kennen und sie sachgerecht beurteilen, und zwar im Respekt gegenüber jedem Menschen, so unterschiedlich dessen persönliche Überzeugung auch sein mag.
6.1. Durch das Kennenlernen anderer religiöser Auffassungen das Zusammenleben mit Menschen anderer Glaubensüberzeugungen in gegenseitigem Respekt gestalten
Achtung, Verständnis, Toleranz
Primarschule
4./5. Stufe
1. Sinn des Lebens
Sich das eigene Leben angesichts Gottes bewusst machen
Die Schülerinnen und Schüler nehmen das eigene Leben wahr und machen sich die Sinnfrage des Lebens bewusst. Sie lernen so, über das eigene Leben, die eigenen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten nachzudenken.
1.1. Anhand spezifischer Erfahrungen und Erlebnisse die eigene Identität aufzeigen und die eigenen Fähigkeiten und Grenzen erkennen lernenWeg zu mir selbst
Vertrauen, Selbstvertrauen, Mut
Umgang mit Freude und Angst
1.2. Anhand von Beispielen erkennen, wie durch äussere Einflüsse die eigenen Einstellungen positiv oder negativ geprägt werden könnenMedien
Vorbilder
Idole, Stars
Primarschule
4./5. Stufe
2. Der christliche Glaube als Antwort auf die Sinnfrage
Den christlichen Glauben als von Gott geoffenbarte Antwort auf die Sinnfrage erkennen
Die Schülerinnen und Schüler stellen sich der Gottesfrage und machen sich mit dem christlichen Glaubensbekenntnis in seinen einzelnen Aussagen wie im Ganzen vertraut.
2.1. Mit Hilfe von Symbolen und Bildern religiöse Erfahrungen ausdrücken und deuten lernen
Symbolwelt
Gleichniserzählungen
Weggeschichten
2.2. Anhand von ausgewählten Beispielen die Sprache der Religion und der Bibel begreifen
Wortbedeutungen (Beispiele)
Gleichnisse
2.3. Anhand von Gotteserfahrungen in der Bibel sich mit dem Gottesverständnis auseinandersetzen und mit dem eigenen Gottesbild vergleichen
Bilderverbot im AT
Befreiender, gebietender Gott (Exodus, Sinai, Jakobs Traum von der Himmelsleiter)
Verborgener, geheimnisvoller Gott (Abraham, Isaak, Jakob, Propheten)
Verschiedene subjektive Gottesbilder
2.4. Biblische Texte lesen lernen und den zeitgeschichtlichen Hintergrund derselben erarbeiten
Entstehung der Heiligen Schrift
Mündliche und schriftliche Überlieferung
Politische und religiöse Umwelt der Bibel
2.5. Eine differenzierte Sicht von Welt und Mensch erarbeiten
Weltbild, Weltanschauung
Entstehung der Welt (Schöpfungsbericht und naturwissenschaftliche Aussagen)
Primarschule
4./5. Stufe
3. Die Feier des christlichen Mysteriums als Ausdruck des christlichen Glaubens
Den christlichen Gottesdienst als Ausdruck des christlichen Glaubens zu verstehen suchen
Die Schülerinnen und Schüler lernen den christlichen Gottesdienst im kultischen Sinn verstehen und deuten. Sie beschäftigen sich mit seinen vielfältigen Formen und Ausdrucksweisen.
3.1. In der Vorbereitung auf die Firmung die Bedeutung des christlichen Glaubens für das eigene Leben vertieft wahrnehmen und umsetzenGelebtes Christsein
Sakrament als Heils- und Heiligungsmittel
Firmung als Stärkung durch den Heiligen Geist
3.2. Die Aufgaben der Kirche am Beispiel der Heimatpfarrei kennen lernenPfarreileben
Pfarrer, Kaplan, Pfarreirat
Dienste in der Pfarrei (z.B. Ministrantendienst)
Kirchgebäude, Kapellen und Bildstöcke, Friedhof
Sakramente, Sakramentalien, Gottesdienstformen
Primarschule
4./5. Stufe
4. Das Leben in Christus - den christlichen Glauben im Alltag leben
Sich des Alltagsbezugs des christlichen Glaubens bewusst werden und dementsprechend handeln
Die Schülerinnen und Schüler lernen die ethischen Grundlagen des Lebens kennen. Sie erfassen tiefer, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, das Gemeinschaft benötigt, die zu einem erfüllten Leben gehört: Gemeinschaft mit Gott und mit den Mitmenschen. Es folgt die Erkenntnis, dass Dienst am Mitmenschen auch Gottesdienst ist.
4.1. Anhand von biblischen Zeugnissen des NT und dem Lebenszeugnis von Menschen der Kirche zentrale Inhalte des christlichen Glaubenslebens kennen lernen
Gleichnisse vom Reich Gottes
Nachfolge, Jüngerschaft (Berufung, Bewährung, Sendung der Jünger)
Jesus Christus als Gottmensch
Zeitgenössische Heilige
4.2. Anhand biblischer Texte und Erfahrungen die Notwendigkeit von Regeln und Normen für das Zusammenleben einsehenDie zehn Gebote
Die goldene Regel
Konfliktlösungen, Friedenserziehung
Barmherzigkeit und Güte als friedensstiftende Tugenden, Solidarität
Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme
Gemeinschaft (Familie, Klasse, Dorf, Pfarrei)
4.3. Anhand von Beispielen aus der Natur die Verantwortung eines jeden Menschen für die Schöpfung verstehen lernen
Sorge für die Umwelt, Bewahrung der Schöpfung, Nachhaltigkeit
4.4. Durch das Kennenlernen entsprechender Institutionen die eigene Bereitschaft fördern, Menschen in Not zu helfen
Hilfswerke (Caritas, Fastenopfer)
Primarschule
4./5. Stufe
5. Das christliche Gebet
Das Gebet als Sprechen mit Gott begreifen und üben
Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Formen individuellen und gemeinschaftlichen Betens wie auch dessen verschiedene Inhalte kennen.
5.1. Verschiedene Lebenssituationen im Gebet vor Gott tragen lernen
Gebete (Bitten, Loben, Danken, Klagen)
Heiliges Schweigen
Primarschule4./5. Stufe
6. Andere Konfessionen, Religionen und religiöse Sondergruppen
Andere Glaubensrichtungen kennen lernen
Die Schülerinnen und Schüler lernen andere Glaubensrichtungen kennen und sie sachgerecht beurteilen, und zwar im Respekt gegenüber jedem Menschen, so unterschiedlich dessen persönliche Überzeugung auch sein mag.
6.1. Andere religiöse Auffassungen kennen lernen und dadurch zu einem verantwortungsbewussten Zusammenleben mit Menschen anderer religiöser Überzeugungen fähig werdenAchtung, Verständnis, Toleranz
Sekundarschule
6./7. Stufe
1. Sinn des Lebens
Sich das eigene Leben angesichts Gottes bewusst machen
Die Schülerinnen und Schüler nehmen das eigene Leben wahr und machen sich die Sinnfrage des Lebens bewusst. Sie lernen so, über das eigene Leben, die eigenen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten nachzudenken.
1.1. Grundfragen und Grenzerfahrungen im eigenen Leben entdecken und als solche zu begreifen versuchen: Wer bin ich? Was bin ich? Wozu lebe ich?Sinn, Glück
Schuld, Angst
Leiden, Sterben, Krankheit, Tod
1.2. Den Menschen als Geschöpf Gottes und als Kind Gottes erkennenEbenbild Gottes
Kind Gottes (aufgrund der Taufe)
Gott als Vater
1.3. Das eigene Leben im Lichte des Glaubens und der daraus folgenden christlichen Berufung betrachtenAllgemeines Priestertum der Gläubigen
Beruf und Berufung
1.4. Die Stände in der Kirche als Lebenswirklichkeiten spezifischer Berufungen kennen lernen, sich der Haltung des Dienens bei Berufung und Beruf inne werdenEhe im Schöpfungs- und Heilsplan Gottes
Berufung und Dienst im Weihestand
Gottgeweihtes Leben nach den evangelischen Räten (Klöster, Orden und andere kirchliche Lebensverbände)
1.5. Das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe und die sogenannte Goldene Regel als Richtschnur des menschlichen Handelns begreifenLiebe
Wertordnung
1.6. Grosse Beispiele der Gottes- und Nächstenliebe kennen lernenHeilige und heiligmässige Menschen
Vorbilder, Ideale
Sekundarschule
6./7. Stufe
2. Der christliche Glaube als Antwort auf die Sinnfrage
Den christlichen Glauben als von Gott geoffenbarte Antwort auf die Sinnfrage erkennen
Die Schülerinnen und Schüler stellen sich der Gottesfrage und machen sich mit dem christlichen Glaubensbekenntnis in seinen einzelnen Aussagen wie im Ganzen vertraut.
2.1. Sich der Gottesfrage widmen: Wer ist Gott?Gottesbilder
Gottesverständnis in der Bibel
Der eine Gott dreifaltig
2.2. Aufzeigen, dass der Mensch „gotttfähig“ istPersönliche Gotteserfahrung (Wie erfahre ich Gott und wie diene ich Gott?)
Leben mit Gott bei grossen Gestalten des Christentums
2.3. Aus der Selbstoffenbarung Gottes erschliessen, wie Gott auf den Menschen zugehtHeilige Schrift / Bibel (Entstehung und Aufbau, AT und NT)
Altes Testament (Biblische Gestalten wie Abraham, Moses, David, Mirjam, Ruth, Judith)
Neues Testament (Gleichnisse, Wunderberichte)
2.4. Den Glauben als Antwort des Menschen an Gott und als persönlichen Akt in der Glaubensgemeinschaft erfahrenIch glaube – wir glauben
Das Glaubensbekenntnis im Allgemeinen
2.5. Gemäss dem Glaubensbekenntnis Gott als Vater erkennen und anbetenSchöpfung
Verantwortung im Umgang mit der Schöpfung
Der Mensch als Abbild Gottes
Gotteskindschaft
2.6. Gemäss dem Glaubensbekenntnis den Glauben an Jesus Christus als Gottes eingeborenen Sohn erschliessenJesus Christus: Gottmensch – Erlöser
Jesus in der Geschichte
2.7. Gemäss dem Glaubensbekenntnis den Heiligen Geist als dritte göttliche Person kennen lernen
Wesen und Wirken des Heiligen Geistes
Gaben und Früchte des Heiligen Geistes
Geistsendung und Kirche
Der Heilige Geist und die Heiligen (Himmel: Vollendung in der Heiligkeit)
2.8. Die Kirche als göttliche Stiftung entdecken und lieben sowie Entstehung, Ausbreitung, Aufbau, Struktur und Aufgabe der Kirche kennen lernenÄmter, Dienste
Konzilien
Kirchenspaltungen
2.9. Erfahren, dass sich das Christsein in der kirchlichen Gemeinschaft ereignet
Wesen und Sendung der Kirche
Verschiedene biblische Sichtweisen der Kirche
Gliedschaft in der Kirche
Aufbau und innere Ordnung der katholischen Kirche
Verkündigung, Sakramente und Diakonie als Lebensvollzüge der Kirche
2.10. Die Geschichte des Christentums in unserer Heimat kennen lernen
Die Frühchristianisierung im Gebiet des heutigen Fürstentums Liechtenstein
Kirchliches Leben im Mittelalter: Entstehung der ersten Pfarreien, Bedeutung der Klöster
Kirchen und Kapellen als Zeugnisse des christlichen Glaubens
Der Beitrag der Kirche zum Bildungs- und Sozialwesen
Kirche und Staat
Sekundarschule
6./7. Stufe
4. Das Leben in Christus - den christlichen Glauben im Alltag leben
Sich des Alltagsbezugs des christlichen Glaubens bewusst werden und dementsprechend handeln
Die Schülerinnen und Schüler lernen die ethischen Grundlagen des Lebens kennen. Sie erfassen tiefer, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, das Gemeinschaft benötigt, die zu einem erfüllten Leben gehört: Gemeinschaft mit Gott und mit den Mitmenschen. Es folgt die Erkenntnis, dass Dienst am Mitmenschen auch Gottesdienst ist.
4.1. Die Würde des Menschen in ihrer ganzen Tragweite erkennenMensch als Person
4.2. Die Berufung zur Heiligkeit als allgemeine Berufung aller Christen verstehenChristliches Lebenszeugnis im Alltag
Heiligung des Alltags
4.3. Die Freiheit des Menschen mit ihren Grenzen kennen lernenFreiheit – Bindung
4.4. Sittliches Handeln als Entscheidung für das Gute und entsprechende Umsetzung in die Tat begreifenNormen des Handelns
Ethik
Moral
4.5. Im Gewissen die Richtschnur für sittlich gutes Handeln erkennenGewissensformung
Gewissensbildung
Gewissenserforschung
4.6. Den Wert der Tugenden für das tägliche Leben schätzen lernenKardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Masshaltung
Göttliche Tugenden: Glaube, Hoffnung, Liebe
4.7. Die Tragweite der Sünde in ihrer individuellen und sozialen Dimension tiefer erfassen lernenVersagen, Schuld, Bosheit
Vergebung, Barmherzigkeit
4.8. Den Menschen als soziales Wesen verstehen lernen, das auf die Beziehung zu anderen angewiesen ist„Ohne Du kein Ich“
Gebote und Verbote als Hilfen zum Gelingen einer Gemeinschaft
Konfliktlösung
Christliches Engagement in Politik, Wirtschaft und Kultur (Gerechtigkeit, Solidarität, persönliches Engagement)
Familie als Kernzelle der Gesellschaft
Soziales Engagement an konkreten Beispielen (Fastenopfer, Caritas)
Grosse christliche Gestalten im öffentlichen Leben
4.9. Gnade und Rechtfertigung als Grundbegriffe und Grundanliegen des christlichen Glaubens darlegenErmöglichung des Gutseins und des guten Handelns
4.10. Im Dekalog und in der Goldenen Regel den Massstab für das christliche Leben erkennenGebote als Hilfe für ein gelungenes Leben
Sucht und Suchtbekämpfung
4.11. Sich der Bedeutung der Gebote der Kirche bewusst werdenSonntagsgebot
Fast- und Abstinenzgebot
Sekundarschule6./7. Stufe
6. Andere Konfessionen, Religionen und religiöse Sondergruppen
Andere Glaubensrichtungen kennen lernen
Die Schülerinnen und Schüler lernen andere Glaubensrichtungen kennen und sie sachgerecht beurteilen, und zwar im Respekt gegenüber jedem Menschen, so unterschiedlich dessen persönliche Überzeugung auch sein mag.
6.1. Die Tatsache, dass jede Gottesvorstellung einen spezifischen Hintergrund hat, durch Vergleichen und Interpretieren erkennenGottesvorstellungen in nichtchristlichen Religionen und in verschiedenen weltanschaulichen Strömungen
Ersatzbilder für Gott
Atheismus
Esoterik
Einfluss des Gottesvorstellung auf das Menschenbild
Sekundarschule
8./9. Stufe
3. Die Feier des christlichen Mysteriums als Ausdruck des christlichen Glaubens
Den christlichen Gottesdienst als Ausdruck des christlichen Glaubens zu verstehen suchen
Die Schülerinnen und Schüler lernen den christlichen Gottesdienst im kultischen Sinn verstehen und deuten. Sie beschäftigen sich mit seinen vielfältigen Formen und Ausdrucksweisen.
3.1. Gottesdienst und Liturgie tiefer verstehen lernen, eigene religiöse Erfahrungen ausdrückenSymbole
Religiöse Sprache
3.2. Das Verständnis der sieben Sakramente als wirkmächtige heilige Zeichen vertiefenTaufe (Gotteskindschaft)
Firmung (Wirken des Heiligen Geistes)
Eucharistie (Aufbau und Erklärung der Feier der hl. Messe)
Busse (Umgang mit Sünde und Schuld, Gewissenserforschung, Schuldbekenntnis, Reue, Vorsatz)
Krankensalbung (Christliches Leiden und Sterben)
Weihe (die drei Weihestufen: Diakon, Priester, Bischof)
Ehe
3.3 Das Sakrament der Ehe in seiner umfassenden Bedeutung näher kennen lernen
Liebe und Freundschaft in christlicher Sicht
Erschaffung des Menschen als Mann und Frau
Verschiedene Formen der Liebe und „die Liebe“
Die Berufung zur Liebe
Wie „gelingt“ Liebe?
Liebe, Zärtlichkeit, Keuschheit und Sexualität
Liebe und Weitergabe des Lebens
Gesetze der Liebe – Gebote Gottes zum Wohl des Menschen
Die christliche Ehe als Sakrament
Die kirchliche Eheschliessung
3.4. Die Sakramentalien im Lebenskreis und im Kirchenjahr vertiefen
Segnungen und Weihungen
Begräbnis/Bestattung
3.5. Die Feier der Heilsgeheimnisse im Kirchenjahr näher kennen lernen, durch die Kenntnisse des Kirchenjahres über einen Wegweiser durch das Jahr und für das eigene Leben verfügen
Aufbau des Kirchenjahrs
Symbole im Kirchenjahr
Sonntagsheiligung
Feiern, Feste
Heilige, Namenspatrone
Brauchtum in der eigenen Pfarrei bzw. im Erzbistum Vaduz
Biblische Berichte als Grundlage wichtiger Feste im Kirchenjahr: Weihnachtsevangelien, Passionsgeschichten, Ostererzählungen
3.6. Kirchliche Bauten als Ausdruck des gottesdienstlichen Glaubensvollzugs und sichtbare Zeichen des Glaubens verstehen lernen
Kirchen, Kapellen und Bildstöcke in der Region
Kirchen als Abbild des himmlischen Jerusalem
Sekundarschule8./9. Stufe
5. Das christliche Gebet
Das Gebet als Sprechen mit Gott begreifen und üben
Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Formen individuellen und gemeinschaftlichen Betens wie auch dessen verschiedene Inhalte kennen.
5.1. Die Bedeutung des Gebets im christlichen verstehen und verschiedene Gebetsformen kennen lernenMündliches Gebet
Betrachtendes Gebet
Stossgebete
Individuelles und gemeinsames Beten
Meditation, Stillschweigen
Gebet im Klassenverband
Öffentliches Gebet
5.2. Das Verständnis des Herrengebets als Zusammenfassung des Evangeliums und als Gebet der Kirche vertiefenVater unser
Sekundarschule
8./9. Stufe
6. Andere Konfessionen, Religionen und religiöse Sondergruppen
Andere Glaubensrichtungen kennen lernen
Die Schülerinnen und Schüler lernen andere Glaubensrichtungen kennen und sie sachgerecht beurteilen, und zwar im Respekt gegenüber jedem Menschen, so unterschiedlich dessen persönliche Überzeugung auch sein mag.
6.1. Anhand von spezifischen Inhalten Naturreligionen und Naturreligiosität kennen lernen
Riten, Feste, Kult
6.2. Die jüdische Religion anhand konkreter Themen in ihrer Beziehung zum Christentums verstehen und achten lernenGottesverständnis, Feste, Thora, Sabbat, Glaube im Alltag
6.3. Durch Bewusstmachen der Unterschiede von Christentum und Islam die wesentlichen Kennzeichen des Islam kennen lernenUrsprünge, Hintergründe, Geografie, Geschichte, Koran, Feste, Bräuche, Riten
6.4. Die Bemühungen des interreligiösen Dialogs wahrnehmen
Christentum, Judentum, Islam
Gottesbild, Jahreskreis, Festkreis, Stellung der Frau
Religionsfreiheit (Vaticanum II)
6.5. Im Hinblick auf zentrale Inhalte den Hinduismus und Buddhismus kennen lernen
Hintergründe, Geografie, Geschichte, Politik
6.6. Aufgrund von historischen und gegenwärtigen Ereignissen Hintergründe, Motive und Ursachen von Verfolgung und Krieg aufgrund religiöser Einstellungen erkennen
Christenverfolgung, Judenverfolgung, Hexenverfolgung, Kreuzzüge, Heiliger Krieg
Aktuelle Ereignisse
6.7. Strategien, Verhalten und Ziele verschiedener religiöser Gemeinschaften kennen lernen und bewerten
Religiöse Sondergemeinschaften, Jugendreligionen, Sekten, Gruppendruck, Abhängigkeit, Machtmechanismen
6.8. Über verschiedene Formen des Okkultismus und der Parapsychologie Bescheid wissen
Esoterik, Okkultismus (Faszination und Gefahr)
Hiermit setze ich den oben stehenden Lehrplan in Kraft
Vaduz, 28. Oktober 2004
+ Wolfgang Haas
Erzbischof von Vaduz