Mitteilungen

Bitte um Gebet für Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV. hat am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz bekanntgegeben, dass er sich in den kommenden Tagen einer Operation an der Lunge unterziehen muss. Wann genau die Operation stattfindet, ist bislang nicht bekannt. Der Apostolische Administrator, Bischof Benno Elbs, ruft die Gläubigen und die Priester des Erzbistums Vaduz auf, den Heiligen Vater in den kommenden Tagen im Gebet zu begleiten. „Beten und bitten wir gemeinsam, dass der Eingriff gut verläuft und sich rasch Genesung einstellt“, so der Apostolische Administrator.

Vaduz, am 12. Oktober 2026

Für eine Gesellschaft, die das Leben schützt und Familien stärkt

Der Apostolische Administrator des Erzbistums Vaduz, Bischof Benno Elbs, bringt sich mit grundsätzlichen Überlegungen in die aktuelle Debatte um eine mögliche Einführung der Fristenlösung in Liechtenstein ein. Er tritt für einen umfassenden Schutz der Würde des menschlichen Lebens ein. Sein Anliegen ist es zudem, werdende Mütter und Väter dabei zu unterstützen, Ja zu ihrem Kind zu sagen. Zudem befürwortet er ausdrücklich die Bemühungen um eine sachliche und respektvolle Auseinandersetzung.

Schutz des Lebens und konkrete Unterstützung

Bischof Elbs betont, dass die Katholische Kirche sich in besonderer Weise dem Schutz der Würde des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen verpflichtet sieht. „Die Sorge der Kirche gilt insbesondere allen Menschen in verletzlichen Lebenssituationen: ungeborenen Kindern und ihren Eltern, Menschen mit Beeinträchtigungen, Geflüchteten sowie alten und kranken Menschen. Sie alle sind in besonderer Weise auf Zuwendung, Begleitung und konkrete Unterstützung angewiesen.“ Zudem verweist er darauf, dass für die Katholische Kirche das menschliche Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt und mit dem natürlichen Tod endet. Jedes ungeborene Kind besitzt von Anfang an eine eigene, unverfügbare Würde und verdient daher denselben Schutz, der jedem menschlichen Leben zukommt.

Den Schutz des menschlichen Lebens hat auch Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch im Fürstentum Liechtenstein 1985 ausdrücklich angesprochen. Er bezeichnete das Lebensrecht des ungeborenen Menschen als ein unveräusserliches Menschenrecht und rief dazu auf, „den Wert und die Würde des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen wirksam zu schützen und zu verteidigen“. An diese Verantwortung gilt es auch heute zu erinnern.

Für Bischof Elbs gehört der Schutz des Lebens und die Unterstützung von Frauen und Familien zusammen. „Ich weiss aus meiner Erfahrung als Seelsorger und Psychotherapeut um die oft schwierigen Situationen, in denen sich Frauen und junge Familien befinden können. Lebensschutz darf daher nicht ohne umfassende Unterstützung gedacht werden: durch einfühlsame Beratung, tragfähige soziale Netzwerke sowie finanzielle und praktische Hilfe.“ Es geht der Kirche nicht darum, über Entscheidungen betroffener Frauen und Paare zu urteilen. Vielmehr ist es wichtig, die Begleitung und Unterstützung in Konfliktsituationen zu fördern. Unser Ziel muss eine Gesellschaft sein, in der Frauen und Paare nicht allein gelassen werden und ein Ja zum Leben möglich wird“, betont Bischof Elbs.

Entscheidend dabei ist ein gesellschaftliches Umfeld, das werdende Eltern unterstützt und ihnen die notwendige Hilfe bietet. In diesem Zusammenhang dankt Bischof Benno Elbs der fürstlichen Familie für ihren langjährigen Einsatz für den Schutz des Lebens. Besonders würdigt er die Arbeit der Sophie von Liechtenstein Stiftung, die seit vielen Jahren Schwangere, junge Eltern und Familien in herausfordernden Situationen in Liechtenstein, Österreich und der Schweiz begleitet und unterstützt.

Für eine Kultur des Lebens und des Respekts

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion verweist Bischof Elbs auch darauf, dass das Fürstentum Liechtenstein seit einigen Jahren über keine eigene Geburtenstation verfügt. Auch deshalb braucht es aus seiner Sicht eine besondere Aufmerksamkeit für die Anliegen werdender Eltern. „Es macht nachdenklich, dass einerseits Frauen für die Geburt ihres Kindes eine stationäre Geburtshilfe im nahgelegenen Ausland in Anspruch nehmen, wir andererseits aber gerade darüber diskutieren, dass die Voraussetzungen für eine Beendigung von Schwangerschaften im Inland geschaffen werden sollen. Hier scheint mir etwas aus dem Gleichgewicht geraten zu sein.“

Der Blick in andere Länder zeigt, dass die Diskussionen um das Thema Abtreibung zum Teil mit grosser Härte geführt wird. Bischof Elbs dazu: „Als Vertreter der Katholischen Kirche ist meine Haltung in dieser Frage klar und ich setze mich nach Kräften für den Schutz des Lebens ein. Bei allen unterschiedlichen Ansichten ist es aber wichtig, dass wir diese Debatte mit dem Bemühen um ein gutes Miteinander führen. Wir müssen einander aufmerksam zuhören und unterschiedlichen Überzeugungen mit Respekt begegnen. So kann ein Dialog entstehen, der von gegenseitiger Achtung getragen ist und die gemeinsame Suche nach verantwortungsvollem Handeln fördert. Ich bin dankbar, dass dies auch vom Initiativkomitee hervorgehoben wird.“

Der Apostolische Administrator zeigt sich überzeugt, dass das Fürstentum Liechtenstein die Herausforderungen im Schutz des menschlichen Lebens bislang verantwortungsvoll gemeistert habe. Die bestehenden gesellschaftlichen und staatlichen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten bewährt. Bischof Elbs: „Mein Wunsch ist, dass wir gemeinsam im Fürstentum Liechtenstein an einer Gesellschaft mitbauen, in der jedes Kind willkommen ist und jede Mutter und jeder Vater die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um sich für ihr Kind entscheiden zu können. Eine Gesellschaft, die das Leben schützt, muss immer auch eine Gesellschaft sein, die Menschen in schwierigen Situationen nicht allein lässt.“

Vaduz, am 21. August 2026

"Kehrt um und glaubt an das Evangelium"

Hirtenwort des Apostolischen Administrators, Bischof Benno Elbs, zum Beginn der Österlichen Busszeit 2026


Liebe Schwestern und Brüder!

Am Fasnachtswochenende erlebten wir für kurze Zeit eine verkehrte Welt. Vorsteher wurden symbolisch abgesetzt, Narren übernahmen öffentliche Ämter und Menschen schlüpften in Rollen, von denen sie sonst nur träumen oder die sie sich im Alltag nicht zutrauen würden. Diese Lust an der Umkehrung der Ordnung hat eine lange Tradition und ist eine alljährlich wiederkehrende Auszeit vom Alltag, bevor alles wieder in geordnete Bahnen zurückkehrt.

Dass die Bahnen der Welt wirklich geordnet sind, darf man jedoch bezweifeln. Immer wieder sagen Menschen zu mir: „Es steht nicht gut um unsere Zeit. Ich habe meine Hoffnung auf eine gute Zukunft verloren. Die Welt steht Kopf und ich weiss nicht, wo ich noch Zuversicht finden kann.“

Mitten in diese Erfahrung einer verkehrten Welt dringt am Aschermittwoch der Ruf Jesu: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Dieser Satz kann in einer auf dem Kopf stehenden Welt durchaus wörtlich verstanden werden. Die vierzig Tage vor Ostern sind daher eine Einladung, ja ein Aufruf, umzukehren, sich wieder auf die Beine zu stellen und das Leben von der Botschaft Jesu her neu zu ordnen. Einen guten Wegweiser dazu finden wir im Evangelium vom 1. Fastensonntag.

Die Versuchung Jesu

Die Bibel selbst kennt verschiedene Namen für jene Kräfte, die das Leben verwirren und Beziehungen verkehren. In der Lesung aus dem Buch Genesis erscheint diese Macht in der Gestalt einer Schlange. Sie versucht, die lebendige Beziehung Gottes zu Mensch und Schöpfung zu vergiften. Im Evangelium trifft Jesus in der Wüste auf den Teufel, was wörtlich „Durcheinanderwirbler“ heisst. Dieser macht seinem Namen alle Ehre. Er will die enge Vertrauensbeziehung Jesu zu seinem Vater durcheinanderbringen und ihn in die Irre führen. Als Lockmittel dienen drei Dimensionen des Lebens, die seit jeher eine Schwachstelle des Menschen sind: der Drang nach Selbsterhaltung, die Sehnsucht nach Unverwundbarkeit und der Durst nach Macht. Raffiniert zitiert der Versucher sogar die Heilige Schrift und verdreht sie zu seinem Zweck – ein Wortverdreher und Unruhestifter, wie er im Buche steht.

Ich denke, dass der Versucher damit vor allem eines erreichen möchte: Er will die Gottessohnschaft Jesu in Frage stellen. Nicht zufällig geht der Versuchung Jesu unmittelbar die Erzählung von seiner Taufe voraus. Dort hat der Vater zu ihm gesprochen: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ (Mt 3,17) Genau darauf spielt der Teufel an, wenn er zu Jesus zweimal sagt: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann…“

Anders als Adam und Eva widersteht Jesus den Versuchungen. Er hält an seiner Gottessohnschaft fest und vertraut der Liebeszusage seiner Taufe. So bewährt sich seine enge Beziehung zum Vater: Er ist Gottes geliebter Sohn, der in die Welt gekommen ist, um die Menschen zur Umkehr zu rufen und ihnen durch sein Leben, Sterben und Auferstehen den Weg zum Vater zu zeigen. 

Umkehr als Ja zur Taufberufung

Auch in unser Leben dringen manchmal Stimmen, die verwirren und verunsichern. Sie bringen unseren inneren Kompass durcheinander, verdrehen Massstäbe, verdüstern Hoffnung oder verursachen Ängste. Die Erfahrungen einer verkehrten Welt reichen bis in unser persönliches Leben hinein. Wie kann in solchen Situationen die Umkehr zu Glaube, Hoffnung und Liebe gelingen, zu der uns gerade die Fastenzeit ruft? – Indem wir von Jesus lernen und unsere Taufberufung neu bejahen. Gott hat uns in der Taufe unwiderruflich seine Liebe und Treue zugesagt. Sie macht uns zu Kindern Gottes und verbindet uns mit Christus, mit seinem Tod und seiner Auferstehung. Ostern zeigt uns, was diese Umkehr bewirkt. In der Auferstehung Jesu kehrt Gott das um, was in unserer Welt und im Leben verkehrt erscheint. Verzweiflung wird in Hoffnung verwandelt; selbst der Tod verliert seine Macht und wird zum Übergang in ein Leben mit und bei Gott. Durch unsere Taufe sind wir Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung. So sollen Glaube, Hoffnung und Liebe durch uns weite Kreise ziehen und schon heute etwas von einer neuen österlichen Wirklichkeit sichtbar machen.

Auf die Botschaft des Evangeliums setzen

Die österliche Umkehr schenkt uns Orientierung für unser Handeln. Wenn allerorten die Welt Kopf steht, weil Macht rücksichtslos ausgelebt wird oder Tugenden und Werte in Misskredit gebracht werden, setzen wir als Kirche auf die Botschaft des Evangeliums. Wir vertrauen auf die verändernde Kraft von christlicher Nächstenliebe und Solidarität, auf den Wert von Gemeinschaft und auf die Botschaft eines Gottes, der die Menschen erlöst und eine gute Zukunft verheisst. Die Österliche Busszeit zeigt uns: Es geht auch anders. Wir können umkehren und einen Neuanfang wagen. Wir können Gott und einander vertrauen, ohne falschen Hintergedanken. Und wir können das Evangelium heute leben: überzeugt, hoffnungsvoll, einladend für andere.

Abschliessend möchte ich Sie auf das Fastenopfer 2026 hinweisen, bei dem Sie auch in diesem Jahr ausgewählte Projekte unterstützen können. Schon im Voraus danke ich Ihnen herzlich für Ihre grosszügige Unterstützung.

Ihnen allen wünsche ich von Herzen eine gesegnete Österliche Busszeit!

Vaduz, am 11. Februar 2026,
dem Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes

                                                                                   + Benno Elbs
                                                                                   Apostolischer Administrator



Mitteilung des Erzbistums Vaduz zum Antrag auf Akteneinsicht des Historischen Instituts der Universität Zürich

Das Erzbistum Vaduz übergibt mit Zustimmung der betroffenen Priester Kopien der Personalakten mit und bis Stichtag 1.12.1997 an das Bistum Chur

Im Jahr 2022 haben die Schweizer Bischofskonferenz und andere kirchliche Institutionen der Schweiz ein Forschungsvorhaben an die Universität Zürich in Auftrag gegeben, die sich mit der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts befasst. In diesem Zusammenhang wurde, wie bereits öffentlich bekannt ist, auch ein Antrag auf Akteneinsicht an das Erzbistum Vaduz gestellt. Konkret geht es um die Einsichtnahme in jene Personalakten, die mit der Errichtung des Erzbistums im Jahr 1997 gemäss der Apostolischen Konstitution «Ad satius consulendum» Papst Johannes Pauls II. rechtmässig aus dem Bistum Chur übernommen wurden. 

Auch wenn das Erzbistum Vaduz nicht der Schweizer Bischofskonferenz angehört und somit nicht Gegenstand des Forschungsprojektes ist, ist es dem Erzbistum wichtig, die Aufarbeitung im Rahmen der in Liechtenstein geltenden Gesetzeslage zu unterstützen. Aus diesem Grund hat der Apostolische Administrator rechtliche Abklärungen veranlasst, um zu prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen eine rechtskonforme Akteneinsicht durch ein ausländisches Institut zulässig ist. Diese Abklärungen haben ergeben, dass eine Einsichtnahme dann möglich ist, wenn die betroffenen Priester hierzu ihre Zustimmung erteilen.

Das Erzbistum Vaduz kann nunmehr mitteilen, dass sechs der insgesamt sieben noch lebenden Priester, die im Jahr 1997 vom Bistum Chur in das Erzbistum Vaduz wechselten, einer Einsichtnahme zugestimmt haben.  

Die betreffenden Aktenbestände werden nun in Kopie an das Bistum Chur übermittelt, damit sie in weiterer Folge allenfalls in die Studie einfliessen können.

Vaduz, am 17. Februar 2026

Das Erzbistum Vaduz schliesst sich dem Trauertag für Crans-Montana an

Die Schweiz gedenkt am Freitag, 9. 1. 2026, mit einem nationalen Trauertag der Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana. Unter anderem wird der Beginn der nationalen Trauerfeier um 14 Uhr mit einem schweizweiten Glockengeläut begleitet. 
 
Das Erzbistum Vaduz möchte sich diesem Gedenken anschliessen und so seine Solidarität mit den Hinterbliebenen und allen Trauernden zum Ausdruck bringen. Der Apostolische Administrator Benno Elbs hat daher die Pfarreien des Erzbistums Vaduz gebeten, am Freitag, 9.1.2026, um 14 Uhr die Glocken ihrer Pfarreikirchen zu läuten und in den Gottesdiensten des morgigen Tages der Opfer zu gedenken. Die Gläubigen sind während des Glockengeläutes eingeladen, der Verstorbenen zu gedenken und für die Betroffenen zu beten.